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Philosophie ist wie ein Strudel. Man ringt mit ihm, lässt sich von ihm einziehen und taucht auf der Suche nach Wahrheit immer tiefer ein.

Dennis Hindenburg

Zur Person

Ich wohne in einem kleinen Städtchen unweit der Metropole Berlin. Es nennt sich Eberswalde. Hier habe ich im Jahr 2017 einen Philosophiekreis mitgegründet. Der Aufbau und die Gestaltung des selbigen ist mir eine Herzenssache.

Ausbildung

Nach einer technischen Ausbildung war ich zunächst in der internationalen Industrie tätig. Währenddessen habe ich an der Donau-Universität Krems ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit dem Grad „Master of Business Administration“ abgeschlossen. Auf der Suche nach Antworten auf ethische Fragestellungen studierte ich anschließend Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Schwerpunkt

Mein philosophischer Schwerpunkt ist die politische Philosophie, als Unterzweig der Moralphilosophie. Mich bewegen gesellschaftliche Fragestellungen und die Rechtfertigung politischer Entscheidungen. Hierzu gehören beispielsweise Fragen zur Verteilungsgerechtigkeit: Wer sollte welche Güter bekommen und warum? Wie sind gesellschaftliche Lasten zu Verteilen? Wer ist zu welchem Ausstoß von Treibhausgasen berechtigt? Werden Güter durch unsere Marktwirtschaft gerecht verteilt?

Wenn wir unser Gerechtigkeitsempfinden an das anpassen, was erreichbar ist, dann verzerrt das unser Denken und auch unser Handeln.

Gerald A. Cohen

Aktuelles Werk in Arbeit:

Eine Reise vom Urzustand
Eine Theorie für eine gerechte Verteilung

Auszug: 1. Kapitel

Auf der Erde leben im Jahr 2018 ca. 7,5 Milliarden Menschen. Eine Milliarde von ihnen sind chronisch unterernährt, zwei Milliarden fehlt Zugang zu einfachen Medikamenten, 800 Millionen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, 3,5 Milliarden leben unterhalb der Armutsgrenze von 2,50 $ pro Tag und 18 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von Armut. Im Vergleich sterben alle 4 Jahre genauso viele Menschen an Armut wie während des gesamten zweiten Weltkrieges in Folge von Kriegseinwirkungen und Kriegsverbrechen gestorben sind.

Gleichzeitig verfügt das reichste 1 % der Weltbevölkerung über 50 % des weltweit vorhandenen Vermögens. 80 % der Weltbevölkerung verfügen insgesamt lediglich über 5,5 % des weltweit vorhandenen Vermögens. Das Einkommensverhältnis zwischen den unteren und oberen 10 % der Menschen beträgt 1 zu 273. Eine Einkommensumverteilung von nur 2 % würde die weltweite Armut auf einen Schlag beseitigen. Doch die Schere zwischen Arm und Reich schließt sich nicht. Im Gegenteil, zum aktuellen Kenntnisstand scheint sich dieser Trend weiter zuzuspitzen. Diese Erscheinungen werfen die Frage auf, inwieweit wirtschaftliche Ungleichheit aus ethischer Perspektive gerechtfertigt ist.

Neben der wirtschaftlichen Ungleichheit steigt der globale Ressourcenverbrauch an. Um diesen in den Industrienationen nachhaltig und ökologisch verantwortlich decken zu können, müssten mehr als 3 Erden zur Verfügung stehen. Der Verbrauch von so vielen Ressourcen ist nur möglich, weil Menschen in Entwicklungsländern weitaus weniger Ressourcen verbrauchen. Weltweit verbrauchen wir so viele Ressourcen, als würden uns 1,6 Erden zur Verfügung stehen. Neben der Umweltverschmutzung ist das Hauptproblem am steigenden Ressourcenverbrauch der damit verbundene CO²-Ausstoß. Dieser wirkt sich aufgrund des Treibhauseffekts negativ auf das globale Klima aus. Nach anfänglicher Skepsis zweifelt in der Wissenschaft kaum noch jemand an dem Zusammenhang zwischen dem durch den Menschen verursachten CO²-Ausstoß und den klimatischen Veränderungen. Setzt sich dieser Trend weiter fort, so besteht das Risiko von katastrophalen Klimaveränderungen für die gesamte Menschheit, insbesondere für zukünftige Generationen. Aus Gerechtigkeitsperspektive stellt sich die Frage, wer zu welchem CO²-Ausstoß berechtigt ist.

Im Zuge der oben genannten Probleme kommt es zu etwaigen Randerscheinungen, wie die steigende globale Migration, deren Ursache häufig auf wirtschaftliche oder ökologische Probleme zurückzuführen ist. Insgesamt werfen die oben erläuterten Probleme die Frage nach einer gerechten Verteilung von gesellschaftlichen Gütern, wie z. B. Nahrungsmitteln, Ressourcen und Medikamenten, auf. Aber auch die gerechte Verteilung von gesellschaftlichen Lasten ist mit dieser Frage verbunden. Die Gerechtigkeit auf gesellschaftlicher Ebene stellt ein zentrales Thema der politischen Philosophie dar.

Eine Gesellschaft lässt sich zunächst als „Produkt des wechselseitigen Handels der Menschen“¹ beschreiben. Eine Gesellschaft ermöglicht Arbeitsteilung, folglich eine höhere Produktivität und somit ein angenehmeres Leben der Gesellschaftsmitglieder, als würden sie ihr Leben allein bestreiten. Die Mitgliedschaft in einer Gesellschaft ist für den einzelnen Menschen also grundsätzlich von Vorteil. Weil es den Gesellschaftsmitgliedern aber nicht gleichgültig ist, wie die erzeugten Güter verteilt werden, bilden sich Konfliktpotentiale und es resultiert die Frage nach einer gerechten Verteilung der Güter.² Zur Beantwortung dieser Frage ist eine Gerechtigkeitstheorie erforderlich. Aufgrund von umfassenden internationalen Verflechtungen in Folge der Globalisierung lässt sich die Frage nach einer gerechten Verteilung nicht mehr isoliert nationalstaatlich beantworten. Die Globalisierung hat die internationale Arbeitsteilung soweit voranschreiten lassen, dass Nationalstaaten auf internationale Kooperationen angewiesen sind, um die Bevölkerung effizient mit Gütern zu versorgen. Neben den wirtschaftlichen Verflechtungen verhindern die ökologischen Herausforderungen, insbesondere der Klimawandel, der die gesamte Welt betrifft, eine klassisch isolierte Betrachtung auf nationalstaatlicher Ebene, wie sie beispielsweise von John Rawls (1971/2012) überwiegend vorgenommen wurde.

Zudem lassen neue wissenschaftliche Erkenntnisse bestehende Gerechtigkeitstheorien teils unvollständig, überholt oder ungeeignet erscheinen, um die Verteilung auf globaler Ebene unter heutigen Gesichtspunkten zu beurteilen. Die erläuterte Problemstellung führt zu dem Erfordernis einer neuen Theorie zur Verteilungsgerechtigkeit. Diese wird im Folgenden ausgearbeitet. Um an bestehende Gerechtigkeitstheorien anzuschließen und den theoretischen Rahmen zu wahren, erfolgt die Ausarbeitung in Anlehnung an John Rawls‘ (1971) Theorie zur Verteilungsgerechtigkeit „A Theory of Justice“ (deutscher Titel: „Eine Theorie der Gerechtigkeit“).


Wie es weitergeht und was es mit dem Urzustand auf sich hat? Dazu kommt bald mehr...


¹ Marx K. (1846): Karl Marx an P. W. Annenkow. In: Institut für Marxismus-Leninismus beim TK der SED (1977): Karl Marx – Friedrich Engels – Werke. 4. Band. Berlin: Dietz Verlag Berlin. S. 548.

² Vgl. Rawls, J. (2012): Eine Theorie der Gerechtigkeit. Übersetzt von Hermann Vetter. 18. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 20 f.

Rawls, J. (1971): A Theory of Justice. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press.

Auszug aus bisherigen Arbeiten

  •  Wie frei ist unser Wille?
    Philosophiekreis vom 6. Februar 2019 - Präsentation
    Kritischer Vortrag zur Willensfreiheit und moralischen Verantwortung

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